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Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung
(Berufliche Schulen) Karlsruhe
 
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Präsentation von Lernsituationen

zur Umsetzung von Lernfeldinhalten des Bildungsplans "Industriekaufmann/-frau"
durch den
Bereich Wirtschaftswissenschaften
am
Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung - berufliche Schulen - Karlsruhe

Zu den zentralen Elementen des didaktischen Konzepts im lernfeldorientierten Bildungsplan "Industriekaufmann/-frau" (Schulversuch), gehört die Entwicklung von Lernsituationen.

So heißt es in den Vorbemerkungen des Bildungsplans bezüglich der Umsetzung der Lernfeldkonzeption in Baden-Württemberg:
"Die unterrichtliche Ausgestaltung der Lernfelder geschieht durch Lehrerteams der einzelnen Berufsschule. Dabei müssen die Lernfelder für den Unterricht durch die Gestaltung von Lernsituationen konkretisiert werden".

Die Arbeitsgruppe "Koordinierungsteam Lernfelder" (KTL) am LEU erstellte dazu eine Handreichung mit dem Anliegen, Hilfestellung für den Einstieg in die Lernfeldkonzeption und Anregungen für die Umsetzung in der Praxis zu bieten.

Aus dieser Aufgabenstellung heraus ist es nachvollziehbar, dass die Ausführungen in der Handreichung teilweise auf einer recht hohen Abstraktionsebene liegen. Dies wirkt sich nicht unbedingt erleichternd auf Umsetzungsbemühungen in die konkrete Unterrichtspraxis aus. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Autoren vom Prinzip der vollständigen Handlung als durchgängigem Muster bei der Entwicklung von Lernsituationen ausgehen. Diese Vorstellung ist unter Berücksichtigung der Inhalte der 12 Lernfelder des Bildungsplans "Industrie" unrealistisch.

Der Bereich Wirtschaftswissenschaften am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung - berufliche Schulen - Karlsruhe (WiWi), hat deshalb zur Umsetzung der Inhalte der Lernfelder 5, 6, 9 und 13 jeweils Lernsituationen entwickelt, die sich an folgenden Kriterien ausrichten:

DotLernsituationen orientieren sich an beruflich/betrieblichen, gesellschaftlichen und privaten Problemstellungen, ohne den Bildungsauftrag der Berufsschule zu vernachlässigen.
DotHandlungsorientiert ausgerichtete Lernsituationen fordern von den Schülern eine größere Selbständigkeit und Verantwortung, von den Lehrern eine ausgeprägtere Rollenflexibilität in Richtung Moderation, Begleitung und unterstützender Instruktion.
Dem können beispielsweise Lernsituationen gerecht werden, die das Prinzip der vollständigen Handlung erfordern.
DotLernsituationen verknüpfen handlungssystematische mit den nötigen fachwissenschaftlichen Aspekten.
DotLernsituationen sollen die Merkmale realer Problemstellungen widerspiegeln, nämlich Komplexität, Lösungsoffenheit, Entscheidungsorientierung und multiple Perspektiven, z.B. unterschiedliche Interessenlagen, Zuständigkeiten usw.
DotLernsituationen stehen nicht am Ende des Lernprozesses als übende Anwendung sondern gestalten den Lernprozess selbst.
DotLernsituationen müssen unterschiedlichen Besonderheiten Rechnung tragen:
- berufsspezifische Besonderheiten
- regionale Besonderheiten
- schulspezifische Besonderheiten
- individuelle Lernbedürfnisse der Schüler

Die Lernsituationen sind so konkret ausgearbeitet, dass sie unmittelbar im Unterricht der entsprechenden Schwerpunkte eingesetzt werden können. Download siehe weiter unten.

Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass es bei der Entwicklung von Lernsituationen keinen Königsweg gibt. Deshalb markieren die vorliegenden Ergebnisse Gestaltungsmöglichkeiten, wohl wissend, dass auf der Basis der Kriterien auch andere Arrangements denkbar wären.

Auch bestimmt die inhaltliche Schneidung der Lernfelder und die zugrunde liegende Fachdisziplin die Art des lernsituativen Arrangements in ganz erheblichen Maße.

In Lernfeld 5 beispielsweise (Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen) bietet sich eine projektartige Vorgehensweise im Sinne des Prinzips der vollständigen Handlung durchaus an, weil die geforderten Inhalte durchaus in überwiegend schüleraktiven Unterrichtsformen erarbeitet werden können.

Eine solche Strategie wäre in Lernfeld 6 (Investitions- und Finanzierungsprozesse planen) alles andere als erfolgversprechend. Bei diesem Thema ist eine teilweise höchst präzise Begriffsbildung erforderlich, die an entsprechender Stelle eine mehr oder weniger instruktive Unterrichtsführung erforderlich macht.

Wieder anders liegen die Dinge bei den typisch volkswirtschaftlichen Problemstellungen, wie z.B. bei Lernfeld 13 (Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft erarbeiten). Die Modellbildung, die Abstraktion durch Aggregation, Isolierung und Mechanisierung als methodische Betrachtungsweisen der Volkswirtschaftslehre bestimmen die Gestaltung einer Lernsituation ganz entscheidend mit.

Schließlich sind die Charakteristika des Rechnungswesens, wie z.B. der Aufbaucharakter, die Verknüpfung mit der Betriebswirtschaftslehre, die Verknüpfung mit der Datenverarbeitung usw. bei der Gestaltung von Lernsituationen zu beachten, z.B. bei Lernfeld 9 (Kosten erfassen und verursachungsgerecht verteilen).

Der Bereich WiWi hat nicht nur ein Interesse an der Erprobung der Lernsituationen, sondern auch an Rückmeldungen, mit Hilfe derer die vorliegenden Ergebnisse angepasst, modifiziert bzw. weiterentwickelt werden können.

Deshalb bitten wir die im Berufsfeld "Industrie" unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen, die Lernsituationen zu testen und uns ihre Erfahrungen rückzumelden. Zu diesem Zweck können Sie sich ebenso wie die Teilnehmer der Lehrerfortbildung vom 2.2.04 des Rückmeldebogens bedienen. Einfach ausfüllen und zurückmailen.

Der Bereich Wirtschaftswissenschaften
 

Download:
Lernsituation zu ...Arbeitsgruppe
Lernfeld 5
Personalwirtschaft
Bierstedt, Anke, OStR'in
Bleier, Marianne, StD'in
Knepper, Max OStR
Weber, Brigitte, StD'in
Lernfeld 6
Investition und Finanzierung
Becker-Bender, Walter, StD
Baumgärtner, Günter, OStR
Faulhaber, Gerd, Prof.
Lernfeld 9
Kosten
Ahlgrimm, Eckhard, StD
Billmaier, Klaus, OStR
Lernfeld 13
Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft
Kaufmann, Gunter, Prof.
Kussmann, Hans-Peter, OStR
Schön, Wolfgang, OStR
Weber, Manfred, OStR
Weis, Helmut, StD
Wickenhäuser, Ilse, OStR'in